1952

Die Anfänge der Dr. Ing. Franz Böhm GmbH reichen bis in den Beginn der 50er-Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück – da war Österreich noch von den Alliierten besetzt, der Staatsvertrag lag in der Zukunft.

In einem Gassenlokal im fünften Wiener Gemeindebezirk begann es – der technische Chemiker und Zivilingenieur Dr. Franz Böhm startete mit der Produktion von „Steinlöse- und -verhütungsmitteln“. Und die schnelle Geschäftsentwicklung bedingte kurze Zeit später auch schon den Bau eines Lagers, und zwar auf dem Gelände der heute ausgebauten Atzgersdorfer Straße, nahe dem heutigen Hietzinger Bad.

Die ersten Produkte der Firma Böhm waren das Wasserstein- und Kesselsteinlösemittel KALZOLIN (später in KALZITIN umbenannt), für die Entsteinung und Entkalkung von Dampfkesseln, sowie die Kesselsteinverhütungsmittel AQUAPURIT und PHOSKOLLON für die Wasseraufbereitung in Dampflokomotiven der ÖBB und Dampfschiffen der DDSG. Schließlich wurde auch noch das Wassersteinverhütungsmittel MINIPOL für die Kühlwasseraufbereitung in Zuckerfabriken entwickelt.

 

1959

Nach stetiger Aufwärtsentwicklung konnte im Jahre 1959 auf dem Grundstück hinter dem Lagerplatz in Wien Hietzing ein Wohnhaus mit Büroanbau errichtet werden – nun wurde der Firmensitz mit Büro und Labor hierher verlegt.

Im Jahre 1964 wurde ein Grundstück in Himberg bei Wien erworben und der ganze Betrieb nach und nach Himberg verlagert – 1968 konnte dort die erste gedeckte Rampe für die Lagerung von Salzsäure in Betrieb genommen werden. 1969 wurden Büro, Aufenthaltsräumlichkeiten, Lager, Sanitäranlagen und eine Garage dazu gebaut – jetzt war es auch möglich, die damaligen Hauptprodukte Aquapurit und Kalzitin in Himberg zu erzeugen und zu lagern.

 

1970

Im Juni des Jahres 1970 wurde die bis dahin tätige Einzelfirma des Herrn Dr. Franz Böhm in die Dr. Ing. Franz Böhm, Erzeugung chem. Produkte Gesellschaft m.b.H. umgewandelt und unter der Nummer FN124299v in das Hauptbuch des Handelsgerichtes Wien eingetragen

Zu dieser Zeit hatte die Firma im Wesentlichen 2 Sparten: Einerseits gab es das Hauptprodukt AQUAPURIT, ein Kesselsteinverhütungsmittel, welches in zunehmendem Umfang in den Dampflokomotiven der ÖBB und den Dampfschiffen der DDSG Verwendung fand.

Andererseits wurden, als kleinere Sparte, von Beginn an chemische Reinigungen von Dampfkesseln aller Art durchgeführt.

In den folgenden Jahren musste das junge Unternehmen jedoch schwerwiegende Veränderungen überstehen: Wegen des Großausbaues der Atzgersdorfer Straße musste das Lager in Wien geräumt und das Lager in Himberg entsprechend erweitert werden; Halle, Kesselhaus und eine größere Garage waren notwendig.

 

1975

Ein großer „Schock“ war gleich danach das schnelle Ende der Dampflokomotiven bei der ÖBB, welches einen drastischen Umsatzrückgang mit sich brachte: Im Jahre 1975 fiel der durch den Bedarf an Kesselsteinverhütungsmittel in den ÖBB-Dampflokomotiven getriebene Umsatz innerhalb kürzester Zeit praktisch auf Null – von den in Spitzenzeiten bis zu 400 jato Produktion an Kesselsteinverhütungsmitteln und der Marktführerschaft auf diesem Gebiet blieb praktisch nichts übrig.

Doch der Juniorchef, Walter Böhm, inzwischen Doktor der technischen Chemie geworden, beschäftigte sich bereits mit der Entwicklung neuer Produkte – die wichtigste dieser Neuentwicklungen war ein Schutzstoff, der es ermöglichte, verzinkte Warmwasserleitungen oder verzinkte Boiler zu entkalken, ohne dass das Zink dabei angegriffen wird. 1975 wurde ein Patent erteilt, das danach hergestellte Produkt wurde unter Wortmarke „ZINKOFIX“ in Österreich und Deutschland geschützt.

Außerdem wurde das Programm an Entkalkungsmitteln, Kühlwasserprodukten und Korrosionsinhibitoren für Kesselwasser und Heizungswasser innerhalb kürzester Zeit stark erweitert.

Ebenso wurde das Poolprogramm der Dr. Ing. Franz Böhm GmbH für die Pflege von Schwimmbadwasser neu entwickelt. Auf diese Art und Wiese wuchs die Produktpalette von anfänglich rund 10 auf über 100 Produkte an.

Diverse Industriereiniger rundeten das Verkaufsprogramm ab.

Innerhalb von nur eineinhalb Jahren konnte der erwähnte „Umsatzschock“ überwunden und der Geschäftsgang wieder auf einen stetigen Wachstumskurs gebracht werden.

Auch in den kommenden Jahren wurde die Produktpalette ständig erweitert – mit dem zunehmende Spezialwissen in Sachen Korrosionsschutz wurden die wichtigen Produktlinien AKORRIT (Dampfkesselwasser), FLUTREN (Heizungswasser), MINIPOL (Kühlwasser) und IMPHOS (Trinkwasser) laufend um entsprechend maßgeschneiderte Produkte ergänzt; dies dauert natürlich bis heute an.

 

1995

Im Jahre 1995 begann für die Dr. Ing. Franz Böhm GmbH eine Zeit der internationalen Beziehungen. Aus einer zufälligen Begegnung bei einer Fachmesse in Wien entstand als erstes zartes Pflänzchen eine Geschäftsbeziehung in den fernen Osten – die Dr. Ing. Franz Böhm GmbH war wahrscheinlich eine der ersten österreichischen Unternehmungen, die eine Vertretung in China hatte (und selbstverständlich noch heute hat), weit vor dem Chinaboom der letzten 10 Jahre.

 

1998

Im Jahre 1998 begann die intensive Zusammenarbeit mit der Firma KALLE Wassertechnik im Schwarzwald, mit welcher die Produkte der Dr. Ing. Franz Böhm GmbH endgültig den deutschen Markt erreichten.

Im Fokus blieb natürlich weiterhin der heimische Markt. Schon im Jahre 1976 hatte der damalige Juniorchef Dr. Walter Böhm die Verantwortung als Geschäftsführer von seinem Vater übernommen und 1998 ein Unternehmen der Wassertechnik in Salzburg übernommen.

So entstand unser Standort in Bergheim bei Salzburg, mit Büro- und Lagerräumlichkeiten. Auf diese Art konnte auch der westösterreichische Markt besser erreicht und mit technischen Serviceleistungen versorgt werden.

 

2008

In den folgenden Jahren wurden Kontakte nach Ungarn, Slowenien und Kroatien geknüpft. Ab dem Jahre 2008 etablierte sich dann eine ständige Vertretung in Serbien.

 

2014

Nachdem sich keine familieninterne Weiterführung des Betriebes abgezeichnet und Herr Dr. Böhm das Pensionsalter erreicht hatte, war es Ihm bei seiner Suche nach einem Nachfolger wichtig, dass das Unternehmen in seinem Sinne weitergeführt wird.

Im Jahre 2014 übernahm daher schließlich Herr Dr. Axel Schernhammer, wie Dr. Böhm ein Chemiker der technischen Chemie, die Unternehmung Dr. Ing. Franz Böhm GmbH.

 

2015

2015 begann die nachhaltige Eroberung des österreichischen Südens – ein Lagerstandort in Graz wurde angemietet, um die Steiermark und Kärnten besser bedienen zu können.

Im selben Jahr wurde der hohe Qualitätsstandard bei der Erzeugung Ihrer Produkte durch die erfolgreiche Zertifizierung der Dr. Ing. Franz Böhm GmbH nach DIN EN ISO 9001 : 2008 von unabhängiger Seite nach außen hin sichtbar dokumentiert und bestätigt.

Neben der Erweiterung der Schutzmittelpalette konnte im Jahr 2015 mit der Übernahme von Handelsvertretungen für Trink- und Heizungswasserfilter (KÖPP und KRONE) auch das Angebot an Komponenten für Brauchwasseranlagen gefestigt werden.

 

2016

Heute befasst sich die Firma wie eh und je mit der Entwicklung und Erzeugung von Kessel- und Wassersteinlösemitteln, Wasseraufbereitungschemikalien für Trink-, Brauch- und Schwimmbadwässer, mit der Erzeugung von Frostschutzmitteln und anderen Industriechemikalien, mit der Durchführung von Wasseranalysen und dazugehöriger Beratung – und liefert mittlerweile auch Anlagen zur Enthärtung, Filtrierung, Entsalzung und Dosierung (von Korrosionsschutz), sowie Messung und Steuerung des Korrosionsschutzes.

Besonders erfolgreich haben sich in den letzten Jahren die Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wasseraufbereitung erwiesen. Dazu gehören unter anderem die Befüllung von Heizungsanlagen, Sanierung von Systemwässern aller Art entsprechend den vorgegebenen Normen und laufende Überwachung und Kontrolle von Kesselwässern, Kühlwässern und Trinkwässern.